Sieg auf dem Sachsenring – Dritter Meistertitel im ADAC GT Masters greifbar

2017_08_04

Spannung pur beim vorletzten Saisonwochenende des ADAC GT Masters auf dem Sachsenring. Sebastian Asch reiste als Tabellenfünfter an die herausfordernde Strecke in Hohenstein-Ernstthal und machte deutlich, wieso er der einzige Doppelmeister der ‚Liga der Supersportwagen‘ ist: Deutliche Bestzeit im Training, Rang zwei im Qualifying und Sieg im zweiten Lauf des Wochenendes.

Gemeinsam mit BWT Mücke Motorsport-Teamkollege und DTM-Pilot Edoardo Mortara überquerte der Ammerbucher die Ziellinie auf Rang drei. Durch die nachträgliche Disqualifikation der Erst- und Zweitplatzierten aufgrund technischer Unregelmäßigkeiten rücken Asch und Mortara auf Rang eins nach vorne. Damit wiederholte der 32-Jährige seinen Vorjahressieg auf dem Sachsenring und rückte in der Meisterschaft mit 104 Punkten auf Rang drei nach vorne. Ihm fehlen vor dem großen Saisonfinale in Hockenheim am kommenden Wochenende (22. – 24. September) bei 50 noch ausstehenden Punkten lediglich 27 Zähler auf die Tabellenspitze.

Sebastian, herzlichen Glückwunsch zum zweiten Saisonsieg. Unverhofft kommt oft, oder?
Absolut! Edo und ich hatten uns riesig über Rang drei bei diesem schwierigen Rennen gefreut. Gegen die beiden Zakspeed-Autos war an diesem Tag kein Kraut gewachsen. Es gab auch noch ein Manöver, das nicht ganz fair war. Einen Gegner in den Dreck drücken und als Bande benutzen, ist nicht in Ordnung. Als ich am Abend von deren möglicher Disqualifikation erfahren habe, wollte ich es erst gar nicht glauben. Natürlich gewinne ich lieber auf der Strecke und fahre als Erster über die Ziellinie, aber Sieg ist Sieg. Außerdem nehme ich die Punkte für die Meisterschaft gerne mit.

Du sprichst die Meisterschaft an. Nach dem Sieg reist du mit 27 Punkten Rückstand zur Spitze zum Finale nach Hockenheim. Was ist noch drin?
Ich habe die gesamte Saison gesagt, ich gebe erst auf, wenn nichts mehr geht. Natürlich muss einiges zusammenkommen, damit ich die 27 Punkte noch aufholen kann. Hockenheim zählt zu meinen absoluten Lieblingsstrecken und sollte unserem Mercedes-AMG GT3 sehr gut liegen. Am Samstag werden wir allerdings mit 30 Kilogramm Erfolgsballast nach dem Sieg am Sachsenring zu kämpfen haben. Trotzdem: wir haben in der Vergangenheit immer wieder gesehen, welche unglaublichen Geschichten das Saisonfinale des ADAC GT Masters schreiben kann. Da muss ich mich nur an 2012 erinnern, als Maximilian Götz und ich gewonnen haben.

Lass uns zum Sachsenring zurückkommen. Bestzeit im Training, erste Startreihe im Qualifying. Das Wochenende hätte besser nicht losgehen können…
Ja, das stimmt. Im Training ist mir die perfekte Runde gelungen. Alle Sektoren waren super und am Ende war ich der einzige Fahrer, der die 1:18er-Marke geknackt hat. Im Qualifying lief es ähnlich gut. Ich habe mich im Auto superwohl gefühlt. Am Ende haben 50 Tausendstel-Sekunden zur Pole Position gefehlt. Die letzte Ecke auf meiner schnellsten Runde war nicht ganz optimal, sonst wäre es wohl Platz 1 gewesen. Der Sachsenring ist sehr eng, deshalb ist eine gute Startposition enorm wichtig. Mit Startplatz zwei war ich zufrieden.

Diesen super Startplatz konntet ihr im ersten Rennen aber nicht ausnützen. Bitte erkläre aus deiner Sicht, was in der ersten Runde passiert ist.
Ich bin gut losgekommen, aber es war schon in der ersten Ecke sehr eng mit Nicolai Sylvest. In der dritten Kurve war ich innen und er hätte mir mehr Platz lassen müssen. Es wurde richtig eng und ich bekam einen kleinen Hieb auf die Vorderachse. Durch die kalten Reifen hat das schon gereicht, dass es mich rumgedreht hat. Ich konnte nicht gleich zurückdrehen, weil natürlich ‚Gegenverkehr‘ kam. Diese Sekunden kamen mir vor wie Stunden und schließlich waren wir am Ende des Feldes. Dazu kam noch eine Fünf-Sekunden-Strafe für die falsche Grid-Position. Dass wir in einem so verkorksten Rennen noch 12. geworden sind, zeigt den Hammer-Speed unseres Mercedes-AMG GT3.

Wie hat die Zusammenarbeit mit Edoardo Mortara am Wochenende funktioniert?
Es hat alles super geklappt. Ich kannte Edo schon vom 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, dort waren wir beide als Mercedes-AMG Performance Driver im Einsatz. Er ist ein angenehmer Kerl und ein Top-Fahrer, der weiß, wie man ein Auto schnell bewegt. Sonst würde er nicht seit Jahren in der DTM fahren. Jetzt freue ich mich in Hockenheim wieder auf Stefan Mücke. Hoffentlich schaffen wir gemeinsam noch einen Podestplatz, das hat bisher ja noch nicht geklappt.

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